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Haarausfall trotz guter Blutwerte - wie kann das sein?

Viele Menschen lassen bei Haarausfall zunächst ihre Blutwerte untersuchen. Das ist auch sinnvoll, denn bestimmte Mängel oder Erkrankungen können das Haarwachstum beeinflussen.


Umso frustrierender ist es, wenn am Ende gesagt wird:

"Ihre Blutwerte sind völlig unauffällig."

Und trotzdem werden die Haare dünner.


Die gute Nachricht: Das bedeutet nicht automatisch, dass man sich den Haarausfall einbildet. Tatsächlich gibt es mehrere Formen von Haarausfall, die auch bei unauffälligen Blutwerten auftreten können.



Blutwerte sind nur ein Teil des Puzzles


Ein Blutbild kann wichtige Hinweise liefern, zum Beispiel auf:

  • Eisenmangel

  • Vitamin-D Mangel

  • Schilddrüsenerkrankungen

  • Entzündungen

  • hormonelle Veränderungen


Sind diese Werte unauffällig, schließt das jedoch nicht alle Ursachen für Haarausfall aus.

Denn nicht jeder Haarverlust entsteht durch einen Mangel oder eine Erkrankung, die sich im Blut nachweisen lässt.


Haarverlust

Die häufigste Ursache: erblich bedingter Haarausfall


Eine der häufigsten Ursachen für dauerhaft dünner werdendes Haar ist die sogenannte androgenetische Alopezie, auch erblich bedingter Haarausfall genannt.


Dabei liegt das problem nicht im Blut, sondern direkt an den Haarfolikeln.

Bestimmte Haarwurzeln reagieren empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT).


Die Folge:

  • Die Wachstumsphase der Haare verkürzt sich.

  • Neue Haare wachsen feiner nach.

  • Die Haarfolikel werden mit der Zeit kleiner.

  • Das Haar verliert an Dichte.


Diesen Prozess nennt man Miniaturisierung.

Besonders tückisch: Die Blutwerte können dabei völlig normal sein.



Nicht immer fallen mehr Haare aus


Viele Betroffene achten darauf, wie viele Haare sie morgens in der Bürste oder in der Dusche finden.


Doch bei erblich bedingtem Haarausfall liegt das Problem oft gar nicht darin, dass deutlich mehr Haare ausfallen.


Viel häufiger werden die nachwachsenden Haare von jahr zu Jahr feiner.

Deshalb entsteht oft der Eindruck:

"Ich verliere gar nicht viele Haare, aber meine Haare werden trotzdem immer dünner."

Genau das ist typisch für diesen Prozess.



Auch Stress kann eine Rolle spielen


Starke körperliche oder psychische Belastungen können dazu führen, dass mehr Haare als üblich in die Ruhephase wechseln.


Der eigentliche Haarausfall tritt dabei oft erst zwei bis vier Monate später auf.

Das macht die ursache häufig schwer erkennbar.


Selbst wenn die Blutwerte inzwischen wieder normal sind, kann der Haarverlust noch sichtbar sein.



Hormone spielen nicht nur bei Frauen eine Rolle


Viele denken bei hormonellen Haarausfall sofort an Schwangerschaft oder Wechseljahre.


Tatsächlich beeinflussen Hormone das Haarwachstum bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Schon kleine Veränderungen im hormonellen Gleichgewicht können sich auf die Haarstruktur auswirken.


Deshalb ist Haarausfall oft deutlich komplexer als ein einzelner Laborwert.



Was tun, wenn die Blutwerte in Ordnung sind?


Der erste Schritt ist immer, die ursache möglichst genau einzugrenzen.


Dazu können gehören:

  • eine dermatologische Untersuchung

  • die Beurteilung des Haarmusters

  • die Betrachtung der familären Vorgeschichte

  • die Dokumentation der Veränderung über einen längeren Zeitraum


Je besser die Ursache verstanden wird, desto realistischer lassen sich mögliche Lösungen einschätzen.



Fazit


Normale Blutwerte bedeuten nicht automatisch, dass mit den haaren alles in Ordnung ist.


Gerade der erblich bedingte Haarausfall zeigt sich oft, obwohl Eisen, Vitamin D, Schilddrüse und andere Laborwerte völlig unauffällig sind.


Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf einzelne Werte zu schauen, sondern das gesamte Haarbild und die Entwicklung über die zeit zu betrachten.


Wer versteht, warum sich das Haar verändert, kann fundierter entscheiden, welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.


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